Beim 68. Feuerfest-Kolloquium ICR hat sich das Konzept mit wissenschaftlichen Vorträgen und Business Forum, sowie Keynotes und Industrieausstellung bewährt.

Höhr-Grenzhausen, 18. September 2026

Mit einem erneut großen Besucherandrang ist das 68. International Colloquium on Refractories (ICR) in Aachen zu Ende gegangen. Am 16. und 17. September 2025 kamen insgesamt 753 Teilnehmende zur größten jährlich stattfindenden Feuerfest-Veranstaltung weltweit. Damit stieg die Besucherzahl gegenüber dem Vorjahr erneut um sieben Prozent.

Unter dem Motto „Resilience versus Protection“ hat die diesjährige Konferenz hochaktuelle wirtschaftliche Themen der Feuerfest-Industrie aus nationaler und europäischer Perspektive aufgegriffen. Geopolitisches Risikomanagement, globale Lieferketten und der Wettbewerbsdruck aus Drittstaaten beschäftigen die Branche seit geraumer Zeit.

„Gerade in diesem Umfeld ist es entscheidend, dass Wissenschaft und Industrie eng zusammenarbeiten“; erklärte Ulf Frohneberg, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes DFFI, bei seiner Begrüßung. „Innovationen müssen vorangetrieben werden, Qualität durch Forschung und Entwicklung gesichert, der Systemgedanke gestärkt und Service- sowie Beratungsleistungen weiter ausgebaut werden.“ Der große Zuspruch zum ICR zeige, dass das wissenschaftliche Kolloquium, die Ausstellung der Industriepartner und der Branchendialog mit dem Stahlsektor am Vortag für die Feuerfest-Industrie zusammengehören.

Die Teilnehmenden werden jünger und weiblicher. Kampagne “Keramik kann“

Mit einem Anteil von 27 Prozent ist der Anteil weiblicher Teilnehmender erneut gewachsen. Gut 50 Prozent waren jünger als 45 Jahre. Das zeige die Attraktivität der Branche. Es gelte, nun auch den Nachwuchs für die Hochschulen und Universitäten zu gewinnen. Frohneberg stellte die neue Kampagne „Keramik kann“ vor, die mit Absolventen der Hochschule Koblenz als Testimonials diese junge Zielgruppe ansprechen wird. Die wissenschaftliche Ausbildung in der Wohnortnähe führe mitunter zu Arbeits- oder Beratungseinsätzen auf der ganzen Welt.

Keynotes: Resilienz, Lieferketten und geopolitische Herausforderungen

Im Fokus der Industrie stehen die Auswirkungen geopolitischer Entwicklungen auf die Handelspolitik. Die Keynote Speaker Ansgar Baums und Matthias Stalzer, der Präsident der europäischen Feuerfest-Industrie, beleuchten, wie Unternehmen in einem zunehmend komplexen globalen Umfeld resilient agieren können und welche Rolle protektionistische Maßnahmen wie Zölle künftig spielen könnten.

Wissenschaft und Praxis im Dialog

Das ICR hat sich über Jahrzehnte als zentrale wissenschaftliche und technische Konferenz der Feuerfestbranche etabliert. Gleichzeitig entwickelt sich die Veranstaltung immer stärker zum Treffpunkt der gesamten Branche.

Die hohe europäische Beteiligung unterstreicht die Bedeutung des Kolloquiums weit über den deutschsprachigen Raum hinaus. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Hersteller, Anwender sowie Vertreter aus Forschung und Industrie nutzten die zwei Veranstaltungstage, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, neue Technologien vorzustellen und Kontakte zu knüpfen.

Das bewährte Konzept aus wissenschaftlichem Austausch, Industriepräsenz und Networking soll dabei weiterentwickelt werden. Neue Formate wie ein „Business Forum“ sowie der Branchendialog „Steel meets Refractory“ sollen den Wissenstransfer und die Vernetzung zwischen Feuerfest- und Stahlindustrie weiter stärken.

Networking als wichtiger Bestandteil

Neben dem Fachprogramm bot das ICR erneut zahlreiche Möglichkeiten für den persönlichen Austausch. Einen besonderen Höhepunkt bildete der Networking Evening „On Fire“, der alle Kongressteilnehmenden in entspannter Atmosphäre in der Fachausstellung zusammenbrachte.

Auch die Poster Session mit Slam und dem abschließenden “Poster Award“ erfreute sich wieder großer Beliebtheit. Der Wettbewerb würdigte herausragende wissenschaftliche Arbeiten und bot den Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern zugleich eine Plattform, ihre Forschung einem internationalen Fachpublikum vorzustellen. Drei Siegerinnen und Sieger erhielten im Rahmen der Veranstaltung ihre Auszeichnungen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Initiative „Women@Refractories“, die inzwischen mehr als 1.500 internationale Teilnehmende erreicht. Auch beim ICR waren über 27 Prozent der Teilnehmenden weiblich. Mit Veranstaltungen und Formaten rund um persönliche Sichtbarkeit, Vernetzung und berufliche Entwicklung setzt die Initiative wichtige Impulse für mehr Austausch und Vielfalt in der Branche. Beim ICR sprach Regina Mehler zum Thema „Persönliche Markenbildung“ und lud die Teilnehmenden, Frauen wie Männer, zu ihrem interaktiven Workshop ein.

Die Industrieausstellung war mit 41 Messeständen ausgebucht und unterstrich damit die enge Verbindung zwischen Wissenschaft und industrieller Praxis. Unternehmen nutzten die Gelegenheit, neue Produkte, Verfahren und Anwendungen vorzustellen und direkt mit Fachbesuchern aus aller Welt ins Gespräch zu kommen.

Das nächste Feuerfest-Colloquium findet am 22./23. September 2027 wieder in Aachen statt.

Begrüßung und ICR-Eröffnung von Ulf Frohneberg, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes DFFI.
Begrüßung und ICR-Eröffnung von Ulf Frohneberg, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes DFFI.

Opening und Keynote-Speaker (von links): Matthias Stalzer (VP Global Key Account Management RHI Magnesita) and Präsident des Europäischen Feuerfestverbandes PRE, Ansgar Baums (Stimson Center/General Manager) und Ulf Frohneberg.
Opening und Keynote-Speaker (von links): Matthias Stalzer (VP Global Key Account Management RHI Magnesita) and Präsident des Europäischen Feuerfestverbandes PRE, Ansgar Baums (Stimson Center/General Manager) und Ulf Frohneberg.

Volles Haus beim ICR 2026 im Eurogress Aachen.
Volles Haus beim ICR 2026 im Eurogress Aachen.


Kontakt für Medien:

Heike Kohns
Deutsche Feuerfest-Industrie e. V.
Rheinstraße 58 in 56203 Höhr-Grenzhausen
T: +49 2624 9433-114 | E: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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