Feuerfest: Die Krise am Energiemarkt führt zu existenzgefährdenden Situationen

Forderungen der mittelständischen Feuerfest-Branche an die Bundesregierung

Höhr-Grenzhausen, 14. September 2022

Die explodierenden Energiepreise und die Erdgas-Mangellage mit drohenden Abschaltungen führen zur Existenzgefährdung von vielen mittelständischen Feuerfest-Betrieben,“ erklärt Thomas Kaczmarek, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes „Deutsche Feuerfest-Industrie e.V. (DFFI).“

Gemeinsam im „Bündnis faire Energiewende“ werden die Forderungen für eine rasche und verlässliche Energiepolitik erarbeitet und der Bundesregierung sowie den tragenden Parteien im Bundestag übergeben. Das Bündnis vertritt branchenübergreifend mehr als 10 000 deutsche Unternehmen mit ca. einer Million Beschäftigten und etwa 200 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Wir haben weltweit die höchsten Strompreise,“ beklagt der Geschäftsführer. Der Merit-Order-Effekt führe bei der Preisermittlung für Strom zu exorbitant steigenden Preisen. Für die energieintensiven Branchen müsse langfristig ein wettbewerbsfähiger Industriepreis für Strom und Gas eingeführt werden. „Auch die Forderungen nach europarechtlich zulässigen Mindeststeuersätzen für Energie oder die Entlastungen bei der nationalen CO2-Bepreisung werden wir weiterhin mit Nachdruck in das politische Netzwerk einspeisen. Es wäre doch besser, den Unternehmen Finanzmittel zu belassen und nicht wegzusteuern. Nur so bleiben sie in der Lage, mit hohem Engagement in klimafreundlichere Prozesse und Produkte zu investieren und zur nachhaltigen CO2-Reduzierung beizutragen.

Zu den Forderungen im Einzelnen:

Einführung eines wettbewerbsfähigen Industriepreises für Strom und Gas

Die Bundesregierung muss schnellstmöglich gemeinsam mit der EU-Kommission einen international wettbewerbsfähigen Industriepreis für Strom und Gas einführen. Bundeskanzler Scholz hatte als noch als Kanzlerkandidat einen Strompreis von 4 Cent pro kWh als sein Ziel bezeichnet. Ein wettbewerbsfähiger Strompreis ist die Grundlage für die Energie- und Klimawende. Dadurch können die Unternehmen aus eigenen Mitteln innovative Lösungen für energiesparende Prozesse und Produkte entwickeln.

Strompreis-System „Merit-Order“ vermeiden – Strombörsenpreis senken

Das gegenwärtig an der Börse praktizierte System zur Preisermittlung für Strom führt zu exorbitant steigenden Preisen und zu absurd hohen Gewinnen ausgerechnet bei den Stromerzeugern, die über viele Jahre gerade auch durch die von der mittelständischen Industrie gezahlte EEG-Umlage subventioniert worden sind.

Der Grund dafür ist, dass die für die Stromerzeugung noch notwendigen Gaskraftwerke den Strompreis für alle anderen Stromsorten setzen. Die früher akzeptablen Effekte dieses Systems haben sich innerhalb kürzester Zeit zu einem großen Problem entwickelt. Auch gilt es, das Angebot im Strommarkt schnellstens zu erhöhen, damit der Preis sinken kann. Dazu müssen die Kohlekraftwerke aus der Reserve wieder ans Netz gebracht und die derzeit noch laufenden Kernkraftwerke über das Jahresende 2022 hinaus weiter betrieben werden. In dieser Krise sind pragmatische Entscheidungen gefordert.


Ansprechpartner für die Medien:

Heike Kohns
Deutsche Feuerfest-Industrie e.V.
Rheinstraße 58 in 56203 Höhr-Grenzhausen
T: +49 2624 9433-114 | E: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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